
Nachbearbeitung
Sie haben Fragen?
KontaktVom Druckteil zum Funktionsbauteil
Additiv gefertigte Bauteile aus Hochleistungskunststoffen bieten große konstruktive Freiheit. Für viele technische Anwendungen endet der Prozess jedoch nicht mit dem Druck: Erst durch eine gezielte Nachbearbeitung entstehen funktionsfähige Bauteile mit definierten Oberflächen, engen Toleranzen und verbesserten Gebrauchseigenschaften.
Wir bieten ausgewählte Nachbehandlungen für 3D-gedruckte Kunststoffbauteile an, insbesondere für technische und hochtemperaturbeständige Werkstoffe wie PEEK, PEKK und PEI/ULTEM. Alle Verfahren führen wir im Haus aus, abgestimmt auf Werkstoff, Geometrie und Anwendung.
Unsere Nachbehandlungsverfahren
Fünf Verfahren, ein Ziel: einsatzfähige Bauteile.
Fräsen
Durch Fräsen bringen wir gedruckte Bauteile auf definierte Maße. Pass- und Dichtflächen, Bohrungen, Taschen, Nuten und Referenzflächen entstehen spanend, mit der Maßhaltigkeit, die der Einsatz verlangt.
Gerade bei Hochtemperatur-Kunststoffen ist die Bearbeitungsstrategie entscheidend. Scharfe Werkzeuge, angepasste Schnittwerte und eine geeignete Spanntechnik minimieren Wärmeeintrag, Gratbildung und Verzug.
Schleifen
Schleifen verbessert die Oberflächenqualität und entfernt Druckartefakte. Layerlinien, Supportspuren und kleinere Unebenheiten werden reduziert, bis eine gleichmäßige Oberfläche entsteht.
Je nach Anforderung führen wir die Bearbeitung als Grob- oder Feinschliff aus, gezielt abgestimmt auf die Funktionsflächen. Häufig dient das Schleifen auch als Vorbereitung für Lackierung oder Imprägnierung.
Polieren
Polieren glättet vorgeschliffene Flächen und verbessert Optik, Haptik und Reinigbarkeit. Es eignet sich besonders für Sichtflächen und für Gleitbereiche, in denen geringere Reibung gefordert ist.
Polieren setzt in der Regel eine vorherige Schleifbearbeitung voraus. Je nach Geometrie und Druckqualität kann die ursprüngliche Layerstruktur teilweise sichtbar bleiben.
Imprägnieren
Imprägnieren schließt poröse Strukturen, Zwischenräume und feine Oberflächenunregelmäßigkeiten. Das verbessert Dichtheit, Medienbeständigkeit und Reinigbarkeit und schützt vor Feuchtigkeits- und Flüssigkeitsaufnahme.
Das Imprägniermittel wählen wir nach Material, Anwendung, Temperaturbelastung und Medienkontakt. Bei Hochtemperatur-Kunststoffen muss das System zur späteren Einsatztemperatur passen.
Lackieren
Lackieren veredelt die Oberfläche optisch und funktional: Farbgebung nach Ihrer Vorgabe, Schutz der Oberfläche, Abdeckung von Druckspuren oder Kennzeichnung von Bauteilen.
Entscheidend für eine gute Lackhaftung ist die Vorbehandlung. Je nach Werkstoff und Anforderung kommen Schleifen, Reinigen, Primer oder weitere Haftvorbereitungen zum Einsatz.
Wann sich Nachbearbeitung lohnt
Eine gezielte Nachbearbeitung verbessert Maßgenauigkeit, Oberflächenrauheit, Dichtheit und Reinigbarkeit und bereitet Bauteile auf Beschichtung oder Montage vor. Bei technischen Anwendungen zählen dabei nicht nur Optik und Haptik, sondern vor allem Funktion, Maßhaltigkeit und Beständigkeit.
Geeignet sind die Verfahren besonders für Vorrichtungen und Halterungen, technische Funktionsteile, Prototypen mit erhöhten Anforderungen, Bauteile mit Dicht- oder Passflächen sowie Kleinserien und Sonderanfertigungen aus Hochleistungskunststoffen.
Die passende Prozesskette für Ihr Bauteil
Welche Nachbehandlung sinnvoll ist, hängt von Material, Geometrie, Druckverfahren und späterer Anwendung ab. Deshalb prüfen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Prozesskette den gewünschten Nutzen bringt.
Je nach Anforderung kombinieren wir einzelne Verfahren: Fräsen und Schleifen für präzise Funktionsflächen, Schleifen und Polieren für glattere Oberflächen, Schleifen und Imprägnieren für verbesserte Dichtheit oder Fräsen, Schleifen und Lackieren für technische Bauteile mit optischem Anspruch.
Hinweis zu Hochtemperatur-Kunststoffen
Hochleistungskunststoffe wie PEEK, PEKK oder PEI/ULTEM sind thermisch und chemisch sehr beständig. Genau deshalb lassen sie sich teilweise schwieriger lackieren, imprägnieren oder mechanisch bearbeiten als Standardkunststoffe.
Bearbeitungsparameter, Vorbehandlung und eingesetzte Materialien stimmen wir deshalb sorgfältig auf den jeweiligen Werkstoff ab.
Nachbearbeitung beginnt in der Konstruktion
Bereits bei der Konstruktion eines 3D-gedruckten Bauteils sollte die spätere Nachbearbeitung berücksichtigt werden. Aufmaße, Spannflächen, Wandstärken und Funktionsbereiche lassen sich so planen, dass eine präzise und wirtschaftliche Bearbeitung möglich ist.
Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl geeigneter Nachbehandlungsschritte für Ihr Bauteil.
